Mentos-Cola-Experiment erklärt - warum die Fontäne entsteht

Ansgar Seitz • 8. Oktober 2026
Vater und Sohn beobachten fasziniert die Fontäne aus Mentos und Cola auf einem Weg, umgeben von Palmen.

Inhaltsverzeichnis

Eine frisch geöffnete Colaflasche, ein paar Mentos und plötzlich schießt eine hohe Fontäne in die Luft. Hinter dem bekannten Mentos-Cola-Experiment steckt jedoch keine explosive Geheimreaktion, sondern ein gut beobachtbarer physikalischer Vorgang. Ich zeige, warum das Getränk so stark überschäumt, wie der Versuch sicher gelingt und welche Varianten daraus ein echtes kleines Wissenschaftsexperiment machen.

Die Fontäne entsteht durch schnelles Entweichen von Kohlenstoffdioxid

  • Keine Explosion: Die Bonbons lösen keine gefährliche chemische Reaktion aus.
  • Raue Oberfläche: Viele mikroskopische Vertiefungen fördern die Bildung von CO₂-Bläschen.
  • Beste Bedingungen: Eine frisch geöffnete, gut gekühlte 1,5- oder 2-Liter-Flasche liefert meist den stärksten Effekt.
  • Sicherheit: Der Versuch gehört ins Freie, mit Schutzbrille und ohne wieder aufgesetzten Deckel.
  • Für den Vergleich: Cola light oder ähnliche zuckerfreie Getränke erzeugen oft eine höhere Fontäne als normale Cola.

Warum das Mentos-Cola-Experiment so stark sprudelt

Cola enthält unter Druck gelöstes Kohlenstoffdioxid, kurz CO₂. Sobald die Flasche geöffnet wird, beginnt ein Teil dieses Gases zu entweichen. Normalerweise bilden sich dabei einzelne Bläschen an der Flaschenwand oder an kleinen Unebenheiten im Getränk.

Die Oberfläche eines Mentos ist jedoch nicht glatt. Sie besitzt zahlreiche winzige Vertiefungen, an denen sich innerhalb kürzester Zeit neue Blasen bilden. In der Chemie und Physik spricht man von Keimbildung oder Nukleation. Das bedeutet, dass gelöstes Gas an geeigneten Stellen in die gasförmige Form übergeht.

Sinken mehrere Bonbons gleichzeitig nach unten, entsteht über die gesamte Höhe der Flasche eine große Zahl solcher Blasen. Sie steigen schnell auf, reißen weitere Flüssigkeit mit und drücken die Cola durch die enge Flaschenöffnung nach oben. Die Fontäne wirkt explosiv, obwohl dabei keine neue explosive Substanz entsteht.

Ist das wirklich eine chemische Reaktion?

Im strengen Sinn handelt es sich überwiegend um einen physikalischen Vorgang. Das CO₂ war bereits in der Cola gelöst und wird nur sehr schnell freigesetzt. Es entstehen keine völlig neuen Stoffe, wie es bei einer klassischen chemischen Reaktion der Fall wäre.

Genau diese Unterscheidung macht den Versuch didaktisch interessant. Ich finde besonders lehrreich, dass ein spektakulärer Effekt nicht automatisch eine chemische Reaktion voraussetzt. Das Experiment zeigt anschaulich, wie Oberfläche, Druck, Löslichkeit und Blasenbildung zusammenwirken.

So gelingt der Versuch sicher und zuverlässig

Für eine gut sichtbare Fontäne reichen wenige Materialien. Ich empfehle eine ungeöffnete 1,5- oder 2-Liter-Flasche Cola, drei bis fünf Mentos, eine einfache Einfädelhilfe oder einen schmalen Papierstreifen und eine Schutzbrille. Eine größere Flasche bietet mehr Flüssigkeit und meist einen eindrucksvolleren Strahl.

  1. Stelle die Flasche auf einen festen, ebenen Untergrund im Freien.
  2. Öffne die Flasche erst unmittelbar vor dem Versuch.
  3. Bereite die Mentos so vor, dass sie gleichzeitig in die Öffnung fallen können.
  4. Gib die Bonbons hinein und entferne dich sofort mehrere Meter.
  5. Warte, bis die Fontäne vollständig abgeklungen ist, bevor du die Flasche anfasst.

Ein kleines Kunststoffröhrchen oder eine leere Brausetablettenhülse erleichtert die Vorbereitung. Wichtig ist, dass die Bonbons möglichst gleichzeitig ins Getränk gelangen. Werden sie einzeln und langsam hineingegeben, verteilt sich die Gasfreisetzung stärker über die Zeit und der Strahl fällt meist deutlich kleiner aus.

Setze niemals den Deckel wieder auf die Flasche. Der entstehende Schaum braucht einen offenen Weg nach oben. Ein verschlossener Behälter kann gefährlich werden, weil der Druck nicht kontrolliert entweichen kann. Auch der Versuch aus der Hand, in Innenräumen oder in der Nähe von Fenstern ist keine gute Idee.

Welche Getränke den größten Effekt erzeugen

Die Fontäne funktioniert nicht nur mit einer bestimmten Cola-Marke. Entscheidend sind vor allem der Gehalt an gelöstem CO₂, die Oberflächenspannung, die Viskosität und die Beschaffenheit der Bonbonoberfläche. Deshalb fallen die Ergebnisse je nach Getränk und Rezeptur unterschiedlich aus.

Getränk Typischer Effekt Was dahintersteckt
Cola mit Zucker Deutliche Fontäne Viel gelöstes CO₂, aber eine vergleichsweise klebrige Flüssigkeit
Cola light oder Zero Oft höher und kräftiger Andere Süßungsmittel können die Blasenbildung begünstigen
Mineralwasser mit Kohlensäure Sprudeln, meist geringere Höhe CO₂ ist vorhanden, die Rezeptur erzeugt aber weniger Schaum
Stilles Wasser Kaum sichtbarer Effekt Es fehlt das gelöste Kohlenstoffdioxid

Cola light wird häufig als besonders effektvoll beschrieben, aber das ist keine feste Garantie. Die genaue Rezeptur, die Temperatur, die Frische der Flasche und die Anzahl der Bonbons spielen ebenfalls eine Rolle. Bei einem Vergleich solltest du deshalb immer Flaschen gleicher Größe und möglichst gleicher Temperatur verwenden.

Auch die Bonbons selbst müssen nicht zwingend eine bestimmte Farbe oder Geschmacksrichtung haben. Entscheidend ist vor allem die raue, leicht poröse Oberfläche. Ein glatter Gegenstand erzeugt deutlich weniger Keime für die Blasenbildung. Ein grobkörniges Salz oder ein poröses Siedesteinchen kann den Effekt ebenfalls auslösen, ist aber für einen einfachen Familienversuch weniger anschaulich.

Aus der Fontäne wird ein echtes Experiment

Der größte Lernwert entsteht, wenn nicht nur zugesehen, sondern verglichen wird. Ich würde zuerst eine einfache Vermutung formulieren, zum Beispiel: „Mehr Mentos erzeugen eine höhere Fontäne.“ Danach wird nur eine Bedingung verändert, während alles andere gleich bleibt.

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Ein sinnvoller Versuchsaufbau

  • Verwende drei Flaschen desselben Getränks.
  • Gib in die erste Flasche ein Bonbon, in die zweite drei und in die dritte fünf.
  • Markiere im Hintergrund eine Messskala oder filme den Versuch von der Seite.
  • Wiederhole jeden Durchgang mindestens zweimal.
  • Notiere Höhe, Dauer und sichtbare Schaummenge.

So erkennst du, dass mehr Bonbons zwar meist mehr Gasblasen erzeugen, aber nicht automatisch eine exakt proportional höhere Fontäne. Der Engpass kann die schmale Flaschenöffnung sein. Außerdem unterscheiden sich Fallgeschwindigkeit und Position der Bonbons im Getränk.

Eine zweite gute Untersuchung vergleicht normale Cola, Cola light und Mineralwasser. Hier zeigt sich, dass nicht nur die Menge an CO₂ zählt. Auch die Eigenschaften der Flüssigkeit bestimmen, wie schnell Blasen wachsen, aufsteigen und Schaum bilden.

Für eine saubere Dokumentation reicht eine Tabelle mit vier Spalten. Notiere Getränk, Anzahl der Bonbons, gemessene Höhe und kurze Beobachtung. Gerade solche einfachen Messungen machen aus einem viralen Partytrick ein kleines Experiment mit nachvollziehbarer Fragestellung.

Typische Fehler und falsche Erwartungen

Der häufigste Fehler ist eine bereits lange geöffnete Flasche. Sobald die Cola warm wird oder längere Zeit offen steht, entweicht ein Teil des CO₂. Eine frisch geöffnete Flasche liefert deshalb die besseren Voraussetzungen.

Auch die Temperatur wird oft unterschätzt. Für einen fairen Vergleich sollten alle Getränke ungefähr gleich temperiert sein. Unterschiedliche Flaschengrößen, verschieden viele Bonbons oder ein anderer Abstand zur Öffnung machen die Ergebnisse schwer vergleichbar.

Manchmal fällt die Fontäne klein aus, obwohl alles richtig vorbereitet wurde. Das ist kein Beweis, dass der Versuch nicht funktioniert. Rezeptur, Flaschenform, Bonbonoberfläche und Fallposition können den Effekt deutlich verändern. Eine spektakuläre Höhe lässt sich daher nicht zuverlässig garantieren.

Ein weiterer Irrtum betrifft das Trinken von Cola und das anschließende Essen von Mentos. Im Magen entsteht nicht dieselbe Fontäne wie in einer offenen Flasche. Die Bonbonoberfläche beginnt sich beim Essen aufzulösen, und der Körper ist kein druckvoller, enger Behälter wie eine verschlossene Getränkeflasche. Trotzdem solltest du den Versuch nie absichtlich im Mund durchführen.

Was von der Fontäne wissenschaftlich hängen bleibt

Die wichtigste Erkenntnis lautet für mich: Oberfläche kann wichtiger sein als die sichtbare Menge eines Stoffes. Das Mentos liefert nicht einfach einen geheimen Treibstoff. Es bietet dem bereits gelösten CO₂ unzählige Stellen, an denen es schnell zu Blasen werden kann.

Mit wenig Material lassen sich dabei mehrere Grundideen vermitteln. Dazu gehören Gaslöslichkeit, Druck, Oberflächenspannung, Nukleation und die Frage, wie man faire Vergleichsexperimente plant. Genau deshalb eignet sich die Fontäne gut für einen Nachmittag im Freien, den Schulunterricht oder eine kleine MINT-Bastelstunde.

Plane den Versuch mit ausreichend Abstand, halte eine Kamera und eine Messskala bereit und rechne mit klebrigen Rückständen. Dann bleibt nicht nur eine spektakuläre Fontäne zurück, sondern auch ein verständliches Beispiel dafür, wie Physik und Chemie im Alltag sichtbar werden.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die raue Oberfläche der Mentos besitzt viele mikroskopische Vertiefungen. An diesen Stellen bilden sich besonders schnell CO₂-Blasen, die aufsteigen, weitere Flüssigkeit mitreißen und die Cola aus der Flaschenöffnung drücken.

Stelle eine ungeöffnete 1,5- oder 2-Liter-Flasche im Freien auf einen festen Untergrund und öffne sie erst unmittelbar vor dem Versuch. Gib drei bis fünf Mentos möglichst gleichzeitig hinein, entferne dich mehrere Meter und setze niemals den Deckel wieder auf die Flasche.

Cola light oder Zero erzeugt oft eine höhere Fontäne als Cola mit Zucker. Das ist jedoch nicht garantiert, weil auch Rezeptur, Temperatur, Frische der Flasche und Anzahl der Mentos den Effekt beeinflussen.

Vergleiche beispielsweise drei gleich große und gleich temperierte Flaschen mit einem, drei und fünf Mentos. Miss Höhe, Dauer und Schaummenge, filme die Durchgänge von der Seite und wiederhole jeden Versuch mindestens zweimal.

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Autor Ansgar Seitz
Ansgar Seitz
Mein Name ist Ansgar Seitz und ich bringe 9 Jahre Erfahrung in den Bereichen Wissenschaft, Technik und digitale Zukunft mit. Schon früh habe ich ein Interesse an den Möglichkeiten entwickelt, die neue Technologien bieten, und es fasziniert mich, wie sie unsere Gesellschaft verändern. In meinen Beiträgen möchte ich komplexe Themen verständlich aufbereiten und aktuelle Entwicklungen einordnen. Dabei ist es mir wichtig, Informationen sorgfältig zu recherchieren und verschiedene Perspektiven zu beleuchten, damit meine Leser ein umfassendes Bild erhalten. Ich schreibe über Trends, Innovationen und die Herausforderungen, die mit der digitalen Transformation einhergehen. Mein Ziel ist es, nützliche, präzise und leicht verständliche Inhalte zu schaffen, die den Lesern helfen, die digitale Zukunft besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten.

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