Magnetismus-Experimente mit Büroklammer, Kompass und Elektromagnet

Ingo Gruber • 7. November 2026
Ein Kompass zeigt die Himmelsrichtung, während eine Nadel auf einem Korken in einer grünen Schüssel für Magnetismus-Experimente bereitliegt.

Inhaltsverzeichnis

Warum zieht ein Magnet eine Büroklammer an, aber einen Holzlöffel nicht? Mit einfachen Magnetismus-Experimenten lassen sich magnetische Kräfte, Pole, Magnetfelder und sogar ein kleiner Elektromagnet direkt beobachten. Ich zeige Versuche, die mit Haushaltsmaterial gelingen, erkläre die Ergebnisse verständlich und nenne die Bedingungen, unter denen die Experimente wirklich funktionieren.

Mit wenigen Materialien wird Magnetismus sichtbar

  • Materialien: Ein Stabmagnet, Büroklammern, Papier, Wasser, eine Nadel und isolierter Kupferdraht reichen für viele Versuche.
  • Wichtigste Beobachtung: Die stärkste magnetische Wirkung zeigt sich meist an den beiden Polen eines Magneten.
  • Magnetfeld: Eisenfeilspäne machen die unsichtbaren Feldlinien eines Magneten sichtbar.
  • Kompass: Eine magnetisierte Nadel richtet sich im Erdmagnetfeld nach Norden und Süden aus.
  • Sicherheit: Starke Magnete gehören nicht in die Nähe von Herzschrittmachern, Bankkarten, Smartphones oder kleinen Kindern.

Was sich mit den ersten Versuchen schnell erkennen lässt

Für den Einstieg brauche ich kein Labor. Ein kleiner Stabmagnet, einige Büroklammern, ein Blatt Papier, Holz, Kunststoff, Glas und ein Stück Eisen zeigen bereits, welche Materialien auf einen Magneten reagieren. Ich lege die Gegenstände einzeln neben den Magneten und notiere nicht nur „zieht an“ oder „zieht nicht an“, sondern auch, wie stark die Wirkung ausfällt.

Büroklammern, Nägel und viele Stahlteile werden angezogen. Holz, Papier, Glas, Kunststoff, Kupfer und Aluminium reagieren bei einem gewöhnlichen Schulmagneten nicht sichtbar. Die einfache Aussage „Magnete ziehen Eisen an“ ist dabei etwas zu grob, denn auch Nickel und Kobalt können magnetisch beeinflusst werden. Im Alltag besteht die Büroklammer meist aus Stahl, weshalb sie zuverlässig funktioniert.

Die Anziehung durch verschiedene Materialien testen

  1. Lege eine Büroklammer auf den Tisch und halte den Magneten langsam näher heran.
  2. Wiederhole den Versuch mit einem Blatt Papier, einer dünnen Pappe und einem Glasstück zwischen Magnet und Büroklammer.
  3. Notiere, ab welchem Abstand sich die Büroklammer bewegt.
  4. Vergleiche die Ergebnisse bei einer einzelnen Klammer und bei einer Kette aus mehreren Klammern.

Das Papier blockiert die magnetische Wirkung nicht. Es vergrößert jedoch den Abstand, und dadurch wird die Anziehung schwächer. Genau hier liegt ein häufiger Denkfehler: Der Magnet „geht“ nicht einfach durch jedes Material hindurch, sondern sein Magnetfeld wirkt auch durch dünne Stoffe, während die Entfernung die Kraft deutlich beeinflusst.

Warum Pole anziehen und sich abstoßen

Jeder Stabmagnet besitzt zwei Pole, meist als Nordpol und Südpol bezeichnet. Halte ich zwei Magnete mit unterschiedlichen Polen zueinander, bewegen sie sich aufeinander zu. Treffen gleiche Pole aufeinander, entsteht dagegen eine spürbare Abstoßung. Dieser Versuch ist besonders anschaulich, weil die Kraft nicht nur etwas anzieht, sondern auch eine Bewegung verhindert.

Der Polversuch mit zwei Magneten

Markiere die beiden Enden eines Magneten mit kleinen Papierstreifen. Führe danach jeweils Nordpol zu Nordpol, Südpol zu Südpol und Nordpol zu Südpol. Zwischen gleichen Polen fühlt sich der Magnet beinahe so an, als würde eine unsichtbare Feder dagegendrücken. Bei unterschiedlichen Polen kippt oder rutscht der zweite Magnet dagegen in Richtung des ersten.

Ich empfehle, die Magnete nicht einfach fest zusammenzuschieben, sondern sie auf einem glatten Tisch langsam zu bewegen. So lässt sich besser erkennen, ab welchem Abstand die Abstoßung einsetzt. Besonders gut klappt der Versuch mit ringförmigen Magneten auf einem Bleistift, weil sich einer der Magnete sichtbar über dem anderen halten kann.

Wo der Magnet am stärksten ist

Führe eine Büroklammer langsam von der Mitte zu einem Ende des Stabmagneten. An den Enden bleibt sie meist zuerst hängen, während die Mitte deutlich schwächer wirkt. Diese beiden Bereiche sind die Pole. Für jüngere Kinder ist das oft der überraschendste Teil des Versuchs, weil der Magnet nicht über seine gesamte Länge gleich stark erscheint.

Die genaue Stärke hängt von Form, Material und Größe des Magneten ab. Ein kleiner Neodym-Magnet kann deutlich kräftiger sein als ein größerer Kühlschrankmagnet. Für einfache Schulversuche genügt jedoch ein normaler Stabmagnet, denn zu starke Magnete erschweren das sichere Trennen und können Gegenstände beschädigen.

Mit Eisenfeilspänen wird das Magnetfeld sichtbar

Ein Magnetfeld kann man nicht direkt sehen. Mit Eisenfeilspänen lässt sich aber zeigen, wie es im Raum angeordnet ist. Lege den Magneten unter ein Blatt Papier und streue eine dünne Schicht Eisenfeilspäne darüber. Klopfe vorsichtig gegen das Papier, bis sich die Späne ausrichten. Es entstehen gekrümmte Linien vom einen Pol zum anderen.

Die Späne bilden keine echten Drähte oder Grenzen. Jede einzelne Feilspanne wird im Magnetfeld selbst zu einem kleinen Magneten und richtet sich an der Umgebung aus. Dadurch entsteht ein Modell der Feldstruktur. Besonders deutlich sind die Linien dort, wo die Wirkung stark ist, also nahe den Polen.

So gelingt der Versuch sauber

  • Verwende möglichst dünnes Papier oder eine Klarsichtfolie.
  • Streue nur so viele Späne auf, dass der Untergrund noch sichtbar bleibt.
  • Klopfe mit einem Finger leicht an den Rand, statt das Papier zu schütteln.
  • Probiere einen Stabmagneten und zwei Magnete mit gleichen Polen nebeneinander aus.

Bei zwei gleichen Polen in geringem Abstand entsteht ein anderes Muster als bei einem einzelnen Magneten. Das macht den Versuch wertvoller als ein bloßes „Schönbild“, denn man kann verschiedene Magnetfelder miteinander vergleichen. Nach dem Versuch sollten die Späne mit einem Stück Papier eingesammelt werden, damit sie nicht in Augen, Haut oder elektronische Geräte gelangen.

Ein Kompass aus Nadel, Wasser und Korken

Ein selbst gebauter Kompass zeigt, dass Magnetismus nicht nur Gegenstände anzieht, sondern auch zur Orientierung dient. Dafür benötige ich eine Nähnadel, einen kleinen Korken oder ein leichtes Stück Schaumstoff, eine flache Schale mit Wasser und einen Stabmagneten. Die Nadel wird magnetisiert und kann sich anschließend frei drehen.

Schritt für Schritt zur magnetischen Nadel

  1. Streiche mit einem Pol des Magneten etwa 20 bis 30 Mal in derselben Richtung über die Nadel.
  2. Hebe den Magneten nach jedem Strich an und setze ihn wieder am Ausgangspunkt an.
  3. Stecke die Nadel vorsichtig durch den Korken oder lege sie auf ein kleines Stück Schaumstoff.
  4. Setze den Schwimmkörper in die Mitte einer mit Wasser gefüllten Schale.
  5. Warte, bis sich die Nadel nicht mehr dreht, und vergleiche ihre Richtung mit einem vorhandenen Kompass.

Die Nadel richtet sich am Erdmagnetfeld aus. Das funktioniert nur, wenn sie möglichst frei schwimmen kann. Berührt der Korken den Rand der Schale oder befindet sich direkt daneben ein Metallgegenstand, wird die Bewegung gebremst oder verfälscht.

Eine frisch magnetisierte Nadel ist nicht immer stark genug. Dann wiederhole ich das Streichen mit gleichmäßigen Bewegungen. Außerdem sollte die Schale nicht auf einer Metallfläche stehen. Der selbst gebaute Kompass ist keine präzise Navigationshilfe, aber für das Verständnis des Prinzips ist er hervorragend geeignet.

Ein Elektromagnet zum Ein- und Ausschalten

Der Elektromagnet verbindet Magnetismus mit Elektrizität. Benötigt werden ein großer Eisennagel, etwa 50 bis 100 Zentimeter isolierter Kupferdraht, eine 1,5-Volt-Batterie und einige Büroklammern. Wird Strom durch die Drahtwicklung geleitet, entsteht um den Nagel ein Magnetfeld.

Der Aufbau

  1. Wickle den isolierten Draht möglichst eng um den Nagel. Die Windungen sollten nebeneinanderliegen und sich nicht stark überkreuzen.
  2. Lasse an beiden Enden jeweils etwa 10 Zentimeter Draht frei.
  3. Entferne die Isolierung an den Drahtenden, falls sie nicht bereits abisoliert sind.
  4. Halte die Drahtenden kurz an die beiden Batteriepole.
  5. Prüfe, wie viele Büroklammern der Nagel aufnehmen kann.

Der Nagel wird magnetisch, solange Strom fließt. Sobald der Stromkreis unterbrochen wird, fällt die Wirkung weitgehend ab. Genau das unterscheidet den Elektromagneten vom Dauermagneten. Mehr Drahtwindungen können die Wirkung verstärken, ebenso ein geeigneter Eisenkern. In der Praxis zählen aber auch Batteriezustand, Kontaktqualität und die Form des Nagels.

Die Verbindung zur Batterie sollte nur wenige Sekunden bestehen. Draht und Batterie können sich erwärmen, besonders wenn blanke Drähte direkt aneinanderliegen. Ich würde für Kinder immer eine 1,5-Volt-Batterie verwenden und auf Netzteile, Steckdosen sowie beschädigte Kabel vollständig verzichten.

Welche Versuche besonders gut funktionieren

Nicht jedes Experiment liefert sofort ein klares Ergebnis. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl, wenn der Versuch für eine Schulstunde, einen Kindergeburtstag oder einen Bastelnachmittag gedacht ist.

Versuch Dauer Schwierigkeit Was sichtbar wird
Büroklammer und verschiedene Materialien 5 bis 10 Minuten Sehr leicht Magnetische und nicht magnetische Stoffe
Magnetische Pole 5 Minuten Leicht Anziehung und Abstoßung
Eisenfeilspäne auf Papier 10 Minuten Leicht Verlauf des Magnetfelds
Schwimmender Kompass 15 bis 20 Minuten Mittel Ausrichtung im Erdmagnetfeld
Elektromagnet mit Nagel 10 bis 15 Minuten Mittel Magnetwirkung durch elektrischen Strom

Für einen schnellen Einstieg wähle ich die Büroklammerprobe und den Polversuch. Wer nicht nur beobachten, sondern eine Erklärung entwickeln möchte, ergänzt Eisenfeilspäne und Kompass. Der Elektromagnet ist der beste Abschluss, weil er zeigt, wie sich ein physikalisches Prinzip technisch nutzen lässt, etwa in Relais, Lautsprechern oder Hebemagneten.

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Typische Fehler und ihre Ursachen

  • Die Klammer bewegt sich nicht: Der Magnet ist zu schwach, zu weit entfernt oder die Klammer besteht nicht aus magnetisch reagierendem Stahl.
  • Der Kompass dreht sich ständig: Die Nadel stößt an den Rand, der Untergrund enthält Metall oder der Luftzug bewegt den Schwimmkörper.
  • Der Elektromagnet bleibt wirkungslos: Die Drahtenden sind noch isoliert, die Batterie ist leer oder der Stromkreis ist nicht geschlossen.
  • Das Muster der Eisenfeilspäne bleibt unklar: Es liegen zu viele Späne auf dem Papier oder der Untergrund wird nicht leicht angeklopft.

Ich finde, gerade diese Fehler machen den Versuch lehrreich. Wenn etwas nicht klappt, sollte man nicht sofort das Material austauschen, sondern zuerst Abstand, Kontakt, Ausrichtung und Untergrund prüfen. Kleine Veränderungen führen bei Magneten oft zu einem deutlich anderen Ergebnis.

Sicher experimentieren und Ergebnisse festhalten

Magnete sind im Alltag meist ungefährlich, doch kleine starke Magnete können verschluckt werden und schwere Verletzungen verursachen. Sie gehören deshalb nicht in die Hände von Kindern unter drei Jahren. Außerdem sollten sie Abstand zu Herzschrittmachern, Hörgeräten, Magnetkarten, Festplatten und empfindlichen Messgeräten halten.

Für einen guten Versuch reicht ein einfaches Protokoll mit vier Punkten: Vermutung, Aufbau, Beobachtung und Erklärung. Schreibe beispielsweise vor dem Test auf, ob eine Büroklammer durch eine Pappe angezogen wird. Danach wird notiert, was tatsächlich passiert ist und welche Ursache dafür wahrscheinlich ist.

Bei Magnetismus ist eine Skizze oft hilfreicher als ein langer Text. Zeichne die Pole, den Abstand zwischen den Gegenständen oder die Richtung der Kompassnadel ein. So wird aus einer Bastelidee eine kleine Untersuchung, bei der sich Ergebnisse vergleichen und wiederholen lassen.

Vom kleinen Versuch zum eigenen Forschungsprojekt

Wer die Grundversuche durchgeführt hat, kann sie leicht erweitern. Miss zum Beispiel den größten Abstand, bei dem eine Büroklammer noch reagiert, oder vergleiche die Anzahl der Klammern bei unterschiedlich vielen Drahtwindungen. Wichtig ist, immer nur eine Bedingung gleichzeitig zu verändern, damit die Ursache des Unterschieds erkennbar bleibt.

Mein Favorit für eine kleine Forschungsaufgabe ist der Elektromagnet. Zehn, zwanzig und dreißig Windungen um denselben Nagel ergeben eine einfache Messreihe. Das Ergebnis ist nicht immer perfekt linear, weil Drahtlänge, Batterie und Kontaktwiderstand ebenfalls eine Rolle spielen. Gerade diese Einschränkung zeigt, dass echte Experimente selten so glatt verlaufen wie eine Zeichnung im Lehrbuch.

Mit einem Magneten, etwas Papier, einer Nadel und einer Batterie lässt sich damit ein erstaunlich großer Teil der Grundlagen entdecken. Wer sorgfältig beobachtet, Sicherheitsregeln einhält und die Ergebnisse notiert, versteht nicht nur, was ein Magnet tut, sondern auch, warum Feldlinien, Pole und Elektromagnete im Alltag eine so wichtige Rolle spielen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Das Papier blockiert die magnetische Wirkung nicht. Es vergrößert jedoch den Abstand, sodass die Anziehung schwächer wird. Deshalb sollte die Klammer möglichst nah am Magneten liegen.

Die stärkste Wirkung zeigt sich meist an den beiden Enden des Magneten. Ungleichnamige Pole ziehen sich an, gleichnamige Pole stoßen sich ab. Mit einer Büroklammer lässt sich außerdem die stärkere Wirkung an den Enden im Vergleich zur Mitte beobachten.

Streiche 20 bis 30 Mal mit demselben Magnetpol in einer Richtung über die Nadel. Stecke sie durch einen Korken oder lege sie auf Schaumstoff und setze den Schwimmkörper in eine Wasserschale. Die Nadel muss sich frei drehen können und sollte nicht durch Metall oder den Schalenrand gestört werden.

Benötigt werden ein Eisennagel, 50 bis 100 Zentimeter isolierter Kupferdraht, eine 1,5-Volt-Batterie und Büroklammern. Wickle den Draht um den Nagel und halte die abisolierten Enden nur wenige Sekunden an die Batteriepole. Draht und Batterie können sich erwärmen, daher sollte der Stromkreis nicht dauerhaft geschlossen bleiben.

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Autor Ingo Gruber
Ingo Gruber
Mein Name ist Ingo Gruber und ich bringe 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Wissenschaft, Technik und digitale Zukunft mit. Mein Interesse an diesen Themen begann früh, als ich die faszinierenden Möglichkeiten der Technologie entdeckte und wie sie unser tägliches Leben beeinflusst. Ich schreibe über aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft, immer mit dem Ziel, komplexe Inhalte verständlich zu machen. Ich lege großen Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu recherchieren und verschiedene Perspektiven zu vergleichen, um meinen Lesern eine fundierte und klare Sicht auf die Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt zu bieten. Dabei ist es mir wichtig, stets aktuelle und nützliche Informationen bereitzustellen, die meinen Lesern helfen, die digitale Zukunft besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten.

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